Sunday, February 19, 2012
back from Hamburg
zurück aus Hamburg. Viel zu schnell. Gar nicht richtig in der Stadt gewesen. Hier wartet die Wäsche, die Sonne scheint grell herein, der zerborstene Kübel leckt. Hektische Suche nach einem neuen Bundespräsidenten. Der Fernseher läuft nebenbei. Schlimmer kanns ja nicht mehr werden. In einem Einkaufswagen den Ringfinger der rechten Hand gestaucht oder gezerrt. Jedenfalls tuts höllich weh, aber beim Tippen scheine ich den sowieso immer auszulassen. Irgendwo muss noch Salbe sein. Schnell noch einen workshop für Saarbrücken aussuchen, für das Festival Anfang Juni. Blöd wenn man sich schon jetzt entscheiden muss. Am liebsten gleich wieder aufs Sofa und den Anne Holt - Krimi weiterlesen. Entführung der amerikanischen Präsidentin in Norwegen. Klingt absurd, aber was ist schon absurd. Gut geschrieben und spannend. Hatte noch nie etwas von der Dame gelesen. Kaffee. Und morgen wieder eine normale Arbeitswoche. Nicht schön. Zu viel im Kopf.
Wednesday, February 15, 2012
genuss
Zärtliches messer
Leiblos wär leidlos: das bild ists im spiegel, der wind
ists, der vergebne. Was treibt denn auf bitterem bier
billig verlockend das blühen holunders? Der satz,
ist er geschrieben, so wird er gewußt sein. Und doch
sollen zwei schultern, zwei ruhrunde tauben aus schnee,
einwohnen sanft sich ins fingergeflochtene nest,
soll, der den mund mir mit süße versiegelt, der kuß,
öffnen die stimme, soll heil sein, wenn sonst nichts als nichts,
zwischen den schenkeln des fleisches verkündende kirche:
leiblos wär leidlos. Und ehe mir alles mißlingt,
lob ich die leiden. O frieden verzweiflung in mir!
Andreas Reimann
Leiblos wär leidlos: das bild ists im spiegel, der wind
ists, der vergebne. Was treibt denn auf bitterem bier
billig verlockend das blühen holunders? Der satz,
ist er geschrieben, so wird er gewußt sein. Und doch
sollen zwei schultern, zwei ruhrunde tauben aus schnee,
einwohnen sanft sich ins fingergeflochtene nest,
soll, der den mund mir mit süße versiegelt, der kuß,
öffnen die stimme, soll heil sein, wenn sonst nichts als nichts,
zwischen den schenkeln des fleisches verkündende kirche:
leiblos wär leidlos. Und ehe mir alles mißlingt,
lob ich die leiden. O frieden verzweiflung in mir!
Andreas Reimann
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