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Sunday, February 19, 2012

die welt und ich

The World and I
This is not exactly what I mean
Any more than the sun is the sun,
But how to mean more closely
If the sun shines but approximately?
What a world of awkwardness!
What hostile implements of sense!
Perhaps this is as close a meaning
As perhaps becomes such knowing.
Else I think the world and I
Must live together as strangers and die–
A sour love, each doubtful whether
Was ever a thing to love the other.
No, better for both to be nearly sure
Each of each–exactly where
Exactly I and exactly the world
Fail to meet by a moment, and a word.

Laura Riding

Wednesday, February 15, 2012

genuss

Zärtliches messer
Leiblos wär leidlos: das bild ists im spiegel, der wind
ists, der vergebne. Was treibt denn auf bitterem bier
billig verlockend das blühen holunders? Der satz,
ist er geschrieben, so wird er gewußt sein. Und doch
sollen zwei schultern, zwei ruhrunde tauben aus schnee,
einwohnen sanft sich ins fingergeflochtene nest,
soll, der den mund mir mit süße versiegelt, der kuß,
öffnen die stimme, soll heil sein, wenn sonst nichts als nichts,
zwischen den schenkeln des fleisches verkündende kirche:
leiblos wär leidlos. Und ehe mir alles mißlingt,
lob ich die leiden. O frieden verzweiflung in mir!

Andreas Reimann

Tuesday, February 14, 2012

eine ahnung von sommer

Corta la madre del vinagre
Corta la madre del vinagre.
Taja, tajada, taja, sijú.
De la rama al entredós, búho,
tu péndulo raspa el suelo.
Al ras de la inmensa madera
horizontal, raspa, sijú.
Cuelga tu péndulo en el rocío,
búho; raspa, sijú, silva,
almíbar sobre la roca cubierta
de medusas que enrollan el péndulo.
Raspa la arena que ayer manchaba
el péndulo: taja, sijú,
corta la médula del aceite.
El péndulo raspa la madre del vinagre.
Lánzate, búho, tu sombra está en la arena.
Deseas clavarte carnalmente
en tu sombra espesa. Allí está,
en la médula del aceite.
No te cuelgues del péndulo
que raspa la madre del vinagre.


José Lezama Lima


scheinwerferlicht



Hallo ich popcornmaisfelde dich
maisfeldest du mich
popcornmaisfeldest du mich sogar
oder bist du nur ein feiger schauer
aha. ein warmer regen wär´ mir lieber
liebe meine liebe. Ja so steht´s nun mal
keine liebe schüssel voll chips. Und wa-
rum chips und nicht popcorn. die
stituation ist felsig und felsen
siezen mich ich Tschüss
e dich tausendmal und lass
das rucksack-s in zukunft weg
melde mich hiermit an/ab
(Nichtzutreffendes bitte unterstreichen!)
„Man weiß gar nicht, ob´s heiß oder kalt draußen ist.“
provinz ist da, wo´s nur von oben auszuhalten ist. (ames)

(…« oder ??« 25./26.7.2010)

Konstantin Ames (1979)

stadtleben

Sie zogen meine Finger aus dem Staub im Hintergrund
meiner Welt, ich schlich grölend davon. So klein
können Menschen gar nicht sein, sagte ich mir. Primaten
unter Blumensträußen, geduckt um eine Zimmernummer
bittend.
Mit einer weissen Kirsche in der Gurgel floss ich aus, süss und
zwei Meter
über Meer, ein Leben in Monaco, ein Steuerfreier, bis heute das
Älteste in meiner Post.
Hier starben, rief ich, 150
Münder unter meinen Streicheleinheiten, hier hat eine Zeit
gelebt. Ich floss aus. Ich hatte mich gesehen. Weiches kaltes Gras
hätte mich auf ein Schicksal als Gesetzgeber vorbereiten
müssen, während ich an meiner Lieblingsspeise (Dörr-
bananen) weiterschliff.

 Urs Engeler

noch nie

Ich hab mit Dir noch nie allein gesprochen,
Du sahst noch niemals tief in mein Gesicht,
Kennst nur die Narrenmaske aber nicht
Die Seele, die dahinter fast zerbrochen.
Wie ein geschlagner Hund ist sie verkrochen,
Den Blick zur Erde wie ein Bösewicht,
Und will doch nichts als Liebe, Geist und Licht -
Die arme Seele, die mir fast zerbrochen.
Da ist in ihr verfrostet Einsamsein
Dein junger Anhauch sündhaft eingedrungen,
Da fühle ich: Es schmilzt in mir der Stein,
Der mich hinunterzog zu Niederungen.
Wir waren noch zusammen nie allein -
Und doch ist dieses Wunder Dir gelungen.

Anton Wildgans (1881-1932)

Monday, February 13, 2012

erwartung

Rainer Maria Rilke


An der sonngewohnten Straße, in dem
hohlen halben Baumstamm, der seit lange
Trog ward, eine Oberfläche Wasser
in sich leis erneuernd, still’ ich meinen
Durst: des Wassers Heiterkeit und Herkunft
in mich nehmend durch die Handgelenke.
Trinken schiene mir zu viel, zu deutlich;
aber diese wartende Gebärde
holt mir helles Wasser ins Bewußtsein.
Also, kämst du, braucht ich, mich zu stillen,
nur ein leichtes Anruhn meiner Hände,
sei’s an deiner Schulter junge Rundung,
sei es an den Andrang deiner Brust.

Wednesday, February 8, 2012

gedicht und bild

 ernst willimowski

gegensprechanlage: wer ist dort? das
kann nicht sein. seit jahren intressiert
sich fuer mich kein schwein. kommen
sie doch hoch, ich lasz sie rein. stand
dann in unterwaesche, feinripp, lang
zur begrueszung zwischen den pfosten
der wohnungstuer. zdf-hafenkonzert
lief. seine frau: wolln sie meinen kaffee
kosten? er zog dieweil die alten alben
vor: vier tore hab ich noch fuer polen
geschossen gegen brasilien. trotzdem
war nichts zu holen. leonidas, schonmal
gehoert, den namen? seine frau: ernst
zieh dir was an. der schenkte ebenfalls
allein unserm torwart, wer war das noch
vier ein. da machste das spiel deines
lebens & einer ist nochn tick besser. &
spaeter kennt dich keiner mehr. ja,
natuerlich, ist lang her, aber nicht mal
gerd mueller hat meine quote. heute
haett ich die auch nicht mehr. im krieg
hat sich vieles verboten & vieles von
selbst ergeben. wir koennen, glauben
sie mir, froh sein, dasz wir noch leben

(Stan Lafleur)

Saturday, February 4, 2012

im spiegel

Words Are the Diminution of All Things

The brief secrets are still here,
and the light has come back.
The word remember touches my hand,
But I shake it off and watch the turkey buzzards bank and wheel
Against the occluded sky.
All of the little names sink down,
weighted with what is invisible,
But no one will utter them, no one will smooth their rumpled hair.
There isn’t much time, in any case.
There isn’t much left to talk about
as the year deflates.
There isn’t a lot to add.
Road-worn, December-colored, they cluster like unattractive angels
Wherever a thing appears,
Crisp and unspoken, unspeakable
in their mute and glittering garb.
All afternoon the clouds have been sliding toward us
out of the Blue Ridge.
All afternoon the leaves have scuttled
Across the sidewalk and driveway, clicking their clattery claws.
And now the evening is over us,
Small slices of silence
running under a dark rain,
 Wrapped in a larger.

Charles Wright (*1935)

show

Nebel
Ein Nebel hat die Welt so weich zerstört.
Blutlose Bäume lösen sich in Rauch.
Und Schatten schweben, wo man Schreie hört.
Brennende Biester schwinden hin wie Hauch.
Gefangne Fliegen sind die Gaslaternen.
Und jede flackert, daß sie noch entrinne.
Doch seitlich lauert glimmend hoch in Fernen
Der giftge Mond, die fette Nebelspinne.
Wir aber, die, verrucht, zum Tode taugen,
Zerschreiten knirschend diese wüste Pracht.
Und stechen stumm die weißen Elendsaugen
Wie Spieße in die aufgeschwollne Nacht.


Alfred Lichtenstein (1889-1915)

Friday, February 3, 2012

willkommen !

Lenau (1802-1850)

Bitte




Weil’ auf mir, du dunkles Auge,
Uebe deine ganze Macht,
Ernste, milde, träumerische,
Unergründlich süße Nacht!
Nimm mit deinem Zauberdunkel
Diese Welt von hinnen mir,
Dass du über meinem Leben
Einsam schwebest für und für.

Monday, January 30, 2012

le cadeau

Dein ist mein Herz 

Dein ist mein Herz,
mein Schmerz dein eigen
und alle Freuden die es sprengen;
dein ist der Wald,
mit allen Zweigen,
den Blüten allen und Gesängen.
Dein ist mein Herz,
mein Schmerz dein eigen
das Liebste, was ich mag erbeuten
mit Liedern die mein Herz entführten,
ist mir ein Wort daß sie dich freuten,
ein stummer Blick,
daß sie dich rührten.

Lenau (1802-1850)

Aussichten - Sonne

Die Sonne
Zwischen meinen Augenlidern fährt ein Kinderwagen.
Zwischen meinen Augenlidern geht ein Mann mit einem Pudel.
Eine Baumgruppe wird zum Schlangenbündel und zischt in den
Himmel.
Ein Stein hält eine Rede. Bäume in Grünbrand. Fliehende Inseln.
Schwanken und Muschelgeklingel und Fischkopf wie auf dem
Meeresboden.
Meine Beine strecken sich aus bis zum Horizont. Eine Hofkutsche
knackt
Drüber weg. Meine Stiefel ragen am Horizont empor wie die Türme
einer
Versinkenden Stadt. Ich bin der Riese Goliath. Ich verdaue
Ziegenkäse.
Ich bin ein Mammuthkälbchen. Grüne Grasigel schnüffeln an mir.
Gras spannt grüne Säbel und Brücken und Regenbögen über meinen
Bauch.
Meine Ohren sind rosa Riesenmuscheln, ganz offen. Mein Körper
schwillt an
Von Geräuschen, die sich gefangen haben darin.
Ich höre das Meckern
Des großen Pan. Ich höre die zinnoberrote Musik der Sonne. Sie steht
Links oben. Zinnoberrot sprühen die Fetzen hinaus in die Weltnacht.
Wenn sie herunterfällt, zerquetscht sie die Stadt und die Kirchtürme
Und alle Vorgärten voll Krokus und Hyazinthen, und wird einen Schall
geben
Wie Blech von Kindertrompeten.
Aber es ist in der Luft ein Gegeneinanderwehen von Purpur und Eigelb
Und Flaschengrün: Schaukeln, die eine orangene Faust festhält an
langen Fäden,
Und ist ein Singen von Vogelhälsen, die über die Zweige hüpfen.
Ein sehr zartes Gestänge von Kinderfahnen.
Morgen wird man die Sonne auf einen großrädrigen Wagen laden
Und in die Kunsthandlung Caspari fahren. Ein vielköpfiger Neger
Mit wulstigem Nacken, Blähnase und breitem Schritt wird fünfzig weiß-
Juckende Esel halten, die vor den Wagen gespannt sind beim
Pyramidenbau.
Eine Menge blutbunten Volks wird sich stauen:
Kindsbetterinnen und Ammen,
Kranke im Fahrstuhl, ein stelzender Kranich, zwei Veitstänzerinnen,
Ein Herr mit einer Ripsschleifenkrawatte und ein rotduftender
Schutzmann.
Ich kann mich nicht halten: Ich bin voller Seligkeit. Die Fensterkreuze
Zerplatzen. Ein Kinderfräulein hängt bis zum Nabel aus einem Fenster
heraus.
Ich kann mir nicht helfen: Die Dome zerplatzen mit Orgelfugen. Ich
will
Eine neue Sonne schaffen. Ich will zwei gegeneinanderschlagen
Wie Zymbeln, und meiner Dame die Hand hinreichen. Wir werden
entschweben
In einer violetten Sänfte über die Dächer euerer
Hellgelben Stadt wie Lampenschirme aus Seidenpapier im Zugwind.


Hugo Ball (1886-1927)

Sunday, January 29, 2012

tendresse

Vollmond

Gelbes Eis
Und grüne Nebel.
Kranke Kallablüten leuchten.
Von den bleichen Bechern rinnet
Goldnes Öl in sanften Strömen.
Warmer Moder,
Nackte Schädel.
Über weiße Marmorwüsten
Fliehen lautlos
Schwarze Schwäne.



Max Dauthendey (1867-1918)

tau

Spätes Erwachen

So wie ein Mensch nach lärmendem Gelag
Noch spät zu Mitternacht nicht schlafen mag
Und seine Ruhe erst findet knapp vor Tag;
Und süß erst schläft beim hellen Morgenschein,
So reichte in die Jugend mir hinein
Versäumter Schlaf von einem vorigen Sein. -
O wüßt ich doch, was mich nicht schlafen ließ!
Ob mich ein Gott vom Bacchanal verstieß?
Ob ich betrunken kam vom Paradies?





Christian Wagner (1835-1918)

le bateau ivre

Comme je descendais des Fleuves impassibles,
Je ne me sentais plus tiré par les haleurs :
Des Peaux-Rouges criards les avaient pris pour cibles
Les ayant cloués nus aux poteaux de couleurs.
J'étais insoucieux de tous les équipages,
Porteur de blés flamands et de cotons anglais.
Quand avec mes haleurs ont fini ces tapages
Les Fleuves m'ont laissé descendre où je voulais.
Dans les clapotements furieux des marées,
Moi, l'autre hiver, plus sourd que les cerveaux d'enfants,
Je courus ! Et les Péninsules démarrées
N'ont pas subi tohu-bohus plus triomphants.
La tempête a béni mes éveils maritimes.
Plus léger qu'un bouchon j'ai dansé sur les flots
Qu'on appelle rouleurs éternels de victimes,
Dix nuits, sans regretter l'oeil niais des falots !
Plus douce qu'aux enfants la chair des pommes sures,
L'eau verte pénétra ma coque de sapin
Et des taches de vins bleus et des vomissures
Me lava, dispersant gouvernail et grappin.
Et dès lors, je me suis baigné dans le Poème
De la Mer, infusé d'astres, et lactescent,
Dévorant les azurs verts ; où, flottaison blême
Et ravie, un noyé pensif parfois descend ;
Où, teignant tout à coup les bleuiés, délires
Et rythmes lents sous les rutilements du jour,
Plus fortes que l'alcool, plus vastes que nos lyres,
Fermentent les rousseurs amères de l'amour !
Je sais les cieux crevant en éclairs, et les trombes
Et les ressacs et les courants : Je sais le soir,
L'aube exaltée ainsi qu'un peuple de colombes,
Et j'ai vu quelques fois ce que l'homme a cru voir !
J'ai vu le soleil bas, taché d'horreurs mystiques,
Illuminant de longs figements violets,
Pareils à des acteurs de drames très-antiques
Les flots roulant au loin leurs frissons de volets !
J'ai rêvé la nuit verte aux neiges éblouies,
Baiser montant aux yeux des mers avec lenteurs,
La circulation des sèves inouïes
Et l'éveil jaune et bleu des phosphores chanteurs !
J'ai suivi, des mois pleins, pareilles aux vacheries
Hystériques, la houle à l'assaut des récifs,
Sans songer que les pieds lumineux des Maries
Pussent forcer le mufle aux Océans poussifs !
J'ai heurté, savez-vous, d'incroyables Florides
Mêlant aux fleurs des yeux des panthères à peaux
D'hommes ! Des arcs-en-ciel tendus comme des brides
Sous l'horizon des mers, à de glauques troupeaux !
J'ai vu fermenter les marais énormes, nasses
Où pourrit dans les joncs tout un Léviathan !
Des écroulement d'eau au milieu des bonaces,
Et les lointains vers les gouffres cataractant !
Glaciers, soleils d'argent, flots nacreux, cieux de braises !
Échouages hideux au fond des golfes bruns
Où les serpents géants dévorés de punaises
Choient, des arbres tordus, avec de noirs parfums !
J'aurais voulu montrer aux enfants ces dorades
Du flot bleu, ces poissons d'or, ces poissons chantants.
- Des écumes de fleurs ont bercé mes dérades
Et d'ineffables vents m'ont ailé par instant.
Parfois, martyr lassé des pôles et des zones,
La mer dont le sanglot faisait mon roulis doux
Montait vers moi ses fleurs d'ombres aux ventouses jaunes
Et je restais, ainsi qu'une femme à genoux...
Presque île, balottant sur mes bords les querelles
Et les fientes d'oiseaux clabotteurs aux yeux blonds.
Et je voguais lorqu'à travers mes liens frêles
Des noyés descendaient dormir à reculons !
Or moi, bateau perdu sous les cheveux des anses,
Jeté par l'ouragan dans l'éther sans oiseau,
Moi dont les Monitors et les voiliers des Hanses
N'auraient pas repéché la carcasse ivre d'eau ;
Libre, fumant, monté de brumes violettes,
Moi qui trouais le ciel rougeoyant comme un mur
Qui porte, confiture exquise aux bons poètes,
Des lichens de soleil et des morves d'azur ;
Qui courais, taché de lunules électriques,
Planche folle, escorté des hippocampes noirs,
Quand les juillets faisaient couler à coups de trique
Les cieux ultramarins aux ardents entonnoirs ;
Moi qui tremblais, sentant geindre à cinquante lieues
Le rut des Béhémots et les Maelstroms épais,
Fileur éternel des immobilités bleues,
Je regrette l'Europe aux anciens parapets !
J'ai vu des archipels sidéraux ! et des îles
Dont les cieux délirants sont ouverts au vogueur :
- Est-ce en ces nuits sans fond que tu dors et t'exiles,
Million d'oiseaux d'or, ô future vigueur ? -
Mais, vrai, j'ai trop pleuré ! Les Aubes sont navrantes.
Toute lune est atroce et tout soleil amer :
L'âcre amour m'a gonflé de torpeurs enivrantes.
Ô que ma quille éclate ! Ô que j'aille à la mer !
Si je désire une eau d'Europe, c'est la flache
Noire et froide où vers le crépuscule embaumé
Un enfant accroupi plein de tristesses, lâche
Un bateau frêle comme un papillon de mai.
Je ne puis plus, baigné de vos langueurs, ô lames,
Enlever leurs sillages aux porteurs de cotons,
Ni traverser l'orgueil des drapeaux et des flammes,
Ni nager sous les yeux horribles des pontons. 

Arthur Rimbaud

what happened yesterday


Aquarium | pinguinförmige Betrachtung
Die Seeanemone ist dem Menschen erstaunlich
ähnlich, jedenfalls ähnlicher als die Fliege
oder der Fadenwurm.

Süddeutsche Zeitung
die Daseinsfische und Montagequallen.
das geschaute Wasser.
seine Disgeometrie.
die Wellen als schlechte Beispiele
Flügel zu beschreiben.
und Nassvögel auf ihrer Suche nach Tendenzgeschöpfen.
Schreitwürmer in alligatorischen Nestern.
Eintagesmöwen pars pro toto.
an der Kante zum gehärteten Sand
mittlere Balzvorfälle
zwischen Animierwesen und Boykottdrohnen.
daher der feine Film aus Lust
und Aussterbegeräusch.
schönste Kompressionsartefakte.
und durchlässiges Licht.
                          ein längst überwunden geglaubtes Vampirlicht.
                                                   das ich tat.
Ron Winkler (*1973)

auf erden

Auf Erden gehest du

Auf Erden gehest du und bist der Erde Geist;
Die Erd erkennt dich nicht, die dich mit Blüten preist.
Auf Sonnen stehest du und bist der Sonne Geist;
Die Sonn erkennt dich nicht, die dich mit Strahlen preist.
Im Winde wehest du und bist der Lüfte Geist;
Die Luft erkennt dich nicht, die dich mit Atmen preist.
Auf Wassern gehest du und bist des Wassers Geist;
Das Wasser kennt dich nicht, das dich mit Rauschen preist.
Im Herzen stehest du und bist der Liebe Geist;
Und dich erkennt das Herz, das dich mit Liebe preist.




Friedrich Rückert (1788-1866)

Saturday, January 28, 2012

warm und kalt

EISZEITLOSE
wir sind zwei spiegel die
sich gegenüber stehen und
sich im unendlichen verstehen
durch die augen leuchtet doppelt
leer der letzte satz:
ich lieb dich sehr!
so sehr daß mir die worte fehlen
kann nur reime für die seele stehlen
ach mein herz mein aufgetautes
spürt nun wahres und vertrautes
bei der königin der liebe
sind sie endlich frei die triebe
frei und heilig wie das leben selbst
weil du mich in den armen hälst
Tom de Toys, 2.4.2011, 64.E.S. für B.

Sunday, January 22, 2012

gedanken am morgen

I do not love you except because I love you;
I go from loving to not loving you,
From waiting to not waiting for you
My heart moves from cold to fire.

I love you only because it's you the one I love;
I hate you deeply, and hating you
Bend to you, and the measure of my changing love for you
Is that I do not see you but love you blindly.

Maybe January light will consume
My heart with its cruel
Ray, stealing my key to true calm.

In this part of the story I am the one who
Dies, the only one, and I will die of love because I love you,
Because I love you, Love, in fire and blood.

Pablo Neruda